Altenpflegehilfeausbildung kennt keine (Alters-)Grenzen

Erding I 08.09.2026

13 Nationen sind versammelt, als Kursleiterin Monika Brunhuber ihre neue Klasse an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe Erding begrüßt. Der bunt gemischte Kurs im Erdgeschoss des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe könnte nicht heterogener sein. Nicht nur die Altersspanne zwischen 16 und 57 Jahren ist groß. Auch die Herkunftsländer sind sehr unterschiedlich, die Teilnehmer stammen nahezu aus allen Teilen der Welt. Ihr gemeinsames Ziel: Einen sozialen Beruf zu erlernen, bei dem sie hilfsbedürftigen Menschen zur Seite stehen.

Eine von ihnen ist Mihaela Florentina Manea. Die 37-Jährige Rumänin ist gelernte Köchin. Sie lebt seit 13 Jahren in Deutschland und war zunächst als Küchenhilfe im Pichlmayer Senioren-Zentrum Erding tätig, bevor sie vor 20 Monaten in den Pflegebereich wechselte. Ihr gefällt am Pflegeberuf, dass sie Menschen helfen kann. Dafür will Manea sich jetzt die theoretischen und praktischen Kenntnisse aneignen. 

Ihre polnische Kurskollegin Barbara Schrembs arbeitet mittlerweile seit neun Jahren in Deutschland in der Pflege, die letzten vier Jahren in der Notaufnahme des Rotkreuzklinikums München. Die 49-Jährige hat bereits eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau sowie als Rettungssanitäterin in ihrer Heimat absolviert. Sie hat in der Notaufnahme schon vielseitige praktische Vorerfahrungen sammeln können, freut sich jetzt aber auf den theoretischen Teil der Pflegeausbildung. Das Herz der Polin schlägt für Demenzpatient:innen.

„In der Regel schließen die angehenden Pflegefachhelfer:innen einen Vertrag mit einem unserer Kooperationspartner - so wie Frau Schrembs mit dem Rotkreuzklinikum München. Andere Auszubildende kommen aus Einrichtungen der stationären oder ambulanten Alten- oder Krankenpflege des Landkreises Erding und darüber hinaus. Die 700 Stunden Theorie absolvieren sie bei uns in der Pflegeschule der Schwesternschaft München“, erklärt Pflegepädagogin Brunhuber das Prinzip der dualen Ausbildung. Nach einer zweiteiligen staatlichen Prüfung wartet das Diplom als Pflegefachhelfer:innen mit Schwerpunkt Krankenpflege oder Altenpflege. Prüflinge mit erfolgreichem Abschluss können sogar eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau anschließen.

„Pflegefachhelfer unterstützen pflege- und hilfebedürftige Menschen, führen Grundpflege und Prophylaxen fachlich qualifiziert durch und sind die rechte Hand der generalistisch ausgebildeten Pflegefachpersonen“, erklärt Schulleiter Michael Nauen. Somit haben Sie eine wertvolle mitwirkende Rolle im Pflegeprozess. In der Theorie werden neben pflegerischen und medizinischen Kompetenzen auch Kenntnisse im Bereich der Pflegewissenschaften, Psychologie, Ethik und Rechtskunde vermittelt. Die Altersspanne der neuen Auszubildenden bestärkt ihn in seiner Überzeugung, dass es für eine Pflegekarriere nie zu spät ist. Die Pflegefachhilfe bietet einen tollen Einstieg ohne (Alters-Grenzen) - nicht nur für Schulabgänger, auch für Quereinsteiger oder Umschüler“, versichert er und freut sich darauf, die bunt gemischte Klasse mit seinem Team der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe Erding bis zum Ausbildungsabschluss begleiten zu dürfen.

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